Road Trip 2

Sunday, 24. September 2006

21.-24.Sept.06---Roadtrip # 2 durch 5 US-Bundesstaaten!

Hi folks!
Wie versprochen werde ich nun versuchen, unsere Erlebnisse des 2. Road Trips in Worte zu kleiden. Ob mir das gelingt, sei dahingestellt, ich versuche jedenfalls mein Bestes...

Hinweise meinerseits:
1.) Kramt euren Unterstufen-Atlas hervor, ihr werdet ihn brauchen!
2.) Nehmt euch die Zeit, den Bericht zu lesen - ihr werdet es nicht bereuen, versprochen!
3.) Fotos gibt's ab morgen - Stoani, unser "Foto-Publisher", hat morgen Klausur...


Tag 1
Nach einem harten Tag auf der Uni, einem ausgiebigen Abendessen und dem Packen unserer Utensilien (Kühlbox inkl Inhalt - eh klar*g*, Camping-Klapptisch und natürlich Gewand ;-)) ists pünktlich um 1900 Uhr Ortszeit losgegangen.
Ziel: klar und prägnant formuliert --> BERGE!!!!
Wo finden unsere Cowboys nun im ach so flachen Amerika Berge?
Am besten in Colorado, haben wir uns gedacht. Tatsächlich, Google Earth hat uns in unserer Vermutung bestätigt und deshalb war unser erstes Ziel auf dem Weg nach Colorado New Mexico.
Stoppen wollten wir erst in einer Stadt namens Roswell. Wer weiß, was sich da vor gar nicht allzu langer Zeit zugetragen hat / haben soll?
Genau! Anscheinend ist hier das erste Ufo gesichtet worden bzw. abgestürzt - im Jahr 1947.
Da ist es doch ganz klar, dass unsere Abenteurer umbedingt im "Ort der Außerirdischen" schlafen müssen, oder? Deshalb sind wir dann auch ohne Zwischenstopp, nur mit Fahrerwechsel, 10.5h durchgefahren. Klar, Essen & Trinken fassen bzw. schnell mal hinter die Büsche gehn war in der Zeit schon inkludiert, aber das macht, wie man so schön sagt, das Kraut auch nicht fett...
Jedenfalls sind wir am frühen Morgen angekommen & haben uns sofort auf die Suche nach einem Hotel gemacht. Das haben wir auch gefunden, aber bis zum Check-In haben wir noch Zeit gehabt und haben deshalb noch die Gegend - auf der Suche nach Außerirdischen - unsicher gemacht.
Einstimmig müssen wir bekennen: Roswell hält nicht das, was es verspricht. Am beeindruckendsten war da wohl noch der Macy - der hat die Form eines Ufos (siehe Fotos). Ansonsten...ein paar Shops mit Alien-T-Shirts und 2, 3 Bars, die auf außerirdisch machen. Die Amis sind anscheinend leicht zu beeindrucken, drei Ösis aber auf keinen Fall...
Jedenfalls haben wir beschlossen, auch im Hotel nicht allzu lange zu bleiben, und so ging die Reise bereits nach 1-2h Schlaf (Stoani) und keinem Schlaf für Mario und mich*g* weiter - den Bergen entgegen!
Roswell-1 Roswell-2 Roswell-3 Roswell-4

Tag 2
Nach endlos langen, ebenen, fast wüstenähnlichen Passagen im Norden von New Mexico haben wir sie endlich am Horizont gesehen - BERGE!!
Die Vorfreude war groß...und wir sollten nicht enttäuscht werden!
Nachdem auch noch das Wetter umgeschlagen hat, sprich es zu regnen & schneien(!!!) angefangen hat - wir haben uns ständig auf einer Höhe von 1500 bis 3500m über dem Meeresspiegel aufgehalten - waren wir endlich mitten drin in unseren heiß ersehnten Bergen.
Wars auf der einen Seite des ersten Passes noch "sauschiach", so hat auf der anderen Seite plötzlich die Sonne gescheint. Am Horizont ersichtlich: die Rocky Mountains! Sonnenschein, die Rocky's im Blickfeld, die Kulisse und im CD-Wechsler "Conquest of Paradise - Die Entdeckung einer neuen Welt" von Vangelis - mir ist es wirklich kalt über den Rücken gelaufen, ehrlich! Zum ersten Mal habe ich Heimweh nach meinen geliebten Gosinger Bergen verspürt...
Nachdem wir uns alle wieder gefangen hatten und wieder klar denken konnten, gings schnurstracks in Richtung unseres ersten, hohen Passes, den wir überqueren zu gedachten.
Name: Wolf Creek Pass
Höhe: 10850 ft (ca. 3300 m)
Schon tauchten vor uns Hinweisschilder auf, dass für alle LKW's Kettenpflicht herrscht.
Zum ersten Mal war ich froh, dass wir einen ECHTEN Ford und keinen Ford Focus (sorry Nick, nix für ungut*gg*) bewegen dürfen. Ohne Vierradantrieb und Allwetterreifen hätten wir den Pass wahrscheinlich nicht geschafft und uns wär's wie einigen Honda Civics und sogar Trucks gegangen, die es nur mit Mühe geschafft oder auch vergeblich versucht haben, auf der Straße zu bleiben.
Oben angekommen haben wir natürlich gleich mal stehen bleiben müssen, haben ein Foto gemacht und probiert, ob denn Schnee in Colorado anders schmeckt als Schnee in Weistrach, Göritz oder Gosau. Resultat: kommt drauf an, wie weit man von der Straße weggeht*gg*. Jedenfalls kennen die Amis kein Streusalz...
Bei der Abfahrt haben wir dann noch einen zugeschneiten (ca. 30 cm Neuschnee) Parkplatz gefunden. Nachdem uns die "Kiwara" bergwärts entgegengekommen sind, haben wir nicht lange überlegt. Blinker rein, Automatik auf "N", Differenzialsperre aktiviert, Stoani zum Videodreh aussteigen gelassen und schon stand dem kontrollierten Drift eines Gosingers im Allrad-Expedition nichts mehr im Weg! Toller Wagen, tolles Gefühl, noch tolleres Video*g*!
Diesem Highlight sollte sogleich das nächste folgen, es ging also Schlag auf Schlag am Tag 2 unseres Trips!
Es war schon relativ spät, wir alle (vor allem Mario und ich, wir hatten ja noch nicht geschlafen) waren relativ erledigt. Darum haben wir uns auf die Suche nach einer Herberge gemacht.
Im Hotel schlafen kann jeder, haben wir uns gedacht. Deshalb fiel die Entscheidung auf eine Lodge / Cabin. Bei mir daheim würde man wohl "Jagahäusl" dazu sagen*g*.
Die nette Dame, die diese Hütten vermietet, hat uns gleich drauf aufmerksam gemacht, dass es momentan keinen Strom gibt und es nicht sicher ist, ob er an dem Tag überhaupt wieder eingeschaltet werden kann. Kein Strom, keine Beleuchtung (Taschenlampe haben wir daheim gelassen, wie clever...) - aber wir Naturburschen haben uns entschlossen, dem Teufel die Stirn zu bieten.
Aufgrund der "mangelnden Infrastruktur", nennen wir's mal so, haben wir die Lodge für 45 Bucks bekommen - auch dann noch, als genau zu dem Zeitpunkt, wo Stoani seine Daten auf das Formular geschrieben hat, der Strom wieder eingeschaltet worden ist. Keine Wuchtl, wirklich auf die Sekunde genau! Unglaublich!
Trotzdem haben wir aber unsere Survival-Qualitäten unter Beweis stellen können. Mir sind meine Kenntnisse als erfahrener "Holz-Zentralheizungs-Einheizer" zugute gekommen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten - das Holz war nur unter einem Baum gelagert und dementsprechend feucht - hat das Feuer im Kamin dann wirklich auch für wohlige Wärme gesorgt.
Mario hat uns mit Musik von seinem Laptop versorgt & Gourmetkoch Stoani hat eine Schwammerlsuppe sowie eine herzerwärmende Eierspeis auf die Beine gestellt. Uns ist also wirklich nix abgegangen und wir haben DEN Tag unseres bisherigen Amerika-Aufenthaltes bei wohliger Wärme mit ein paar Light-Bieren am Kamin ausklingen lassen.
Der nächste Tag sollte diesem aber um nichts nachstehen!
New-Mexico-1 New-Mexico-2 Lodge-1 Lodge-2 Lodge-3 Lodge-4

Tag 3
Nach einem köstlichen Frühstück (Stoani hat mit dem restlichen Speck und den Eiern abermals eine schmackhafte Eierspeis gezaubert) mit Kaffee und Tee ist es dann weiter gegangen.
Zum 2. Mal war ich froh, dass wir keinen Focus fahren (zur Erklärung: unsere Studien-Freunde in Wisconsin fahren einen Focus). Den nächsten Pass haben wir nämlich auf einer Art Forststraße bezwungen. Ohne Allrad wärs wieder ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, und mit einem tiefergelegten Focus mit "Bad Boys"-Pickerl in der Scheibe (wenn wir dich besuchen, bekommst ein Bier, Nick, versprochen ;-)) schlichtweg eine Katastrofe!
Oben angekommen, haben wir die Aussicht am "Summitville" genossen und sogleich unseren Campingtisch aufgebaut - der soll ja nach Wasser auch mal das Gefühl bekommen, im Schnee stehen zu dürfen ;-)
Nach einem Schnappschuss für all unsere weiblichen Fans, standesgemäß mit nacktem Oberkörper in den tief verschneiten Bergen Colorados, haben wir bald wieder befestigte Straßen erreicht. Den texanischen Weicheiern zuliebe, deren Pick-Ups noch nie von amerikanischen Highways runter gekommen sind, haben wir unseren Wagen nicht gewaschen, um mal zu demonstrieren, was Dreck bedeutet*g*. Mir blutete zwar das Herz (wie kann man das einem Auto nur antun?!?!), aber bald wird ja der Expedition wieder in seinen Urzustand "schwarzmetallick" anstatt "okkerbraun" zurückversetzt - dann kann auch der Michi wieder ruhig schlafen ;-)
Wenn man nun schon in Colorado ist, muss man als Österreicher zumindest einen Nobelskiort besucht haben.
Nachdem Aspen als DER Skiort bekannt ist und unserem Standpunkt am nächsten gelegen war, wurde der Expedition in Richtung Aspen dirigiert.
Leider haben uns die Amis einen Strich durch die Rechnung gemacht! Nach Aspen wären wir nur über den "Independent Pass" gekommen, der war aber aus unerfindlichen Gründen gesperrt (Zitat Mario: "Shit, Hosenpisser, koa Schnee und de sperrn einfoch den Pass!")! Komischer Name für einen Pass, von dem man abhängig ist, um nach Aspen zu gelangen...
Naja, was solls, also umdrehen und nach Vail fahren, ist ja auch nicht recht viel weiter!
Gesagt, getan! Nach kurzer Fahrt haben wir dann Vail erreicht!
Was muss ein Österreicher gesehen haben, der nach Vail kommt?
Natürlich das Hotel bzw. Restaurant von Pepi Gramshammer (www.pepis.com), einem österreichischen Ex-Schirennläufer, der dort seit 1963 mit seiner amerikanischen Frau dieses Hotel betreibt! Der Besitzer des Hauses ist uns dann auch sogleich über den Weg gelaufen, leider haben wir aber nicht mit ihm plaudern können, weil er gerade einen amerikanischen TV-Star in Empfang nehmen musste.
Macht nix, Hauptsache, wir haben endlich, nach 6wöchiger Suche - schon knapp am Rand des Nervenzusammenbruchs - ein Restaurant gefunden, das was serviert?!?!
Na was wohl, WIENER SCHNITZEL selbstverständlich!
Logischerweise hat kein Weg daran vorbeigeführt, verglichen mit den Preisen daheim war es gar nicht mal sooo teuer in Anbetracht des Nobelschiortes Vail, und darüber hinaus hat's auch glatt hervorragend geschmeckt - dem Geschmack eines Amis zwar angepasst, aber nach solchen Entzugserscheinungen auch ein Hochgenuss für einen schnitzel-verwöhnten Österreicher.
In Anbetracht der langen Autofahrt waren wir nach dem Essen schon ziemlich am Ende unserer Kräfte, ein letztes Aufbäumen gab's aber trotzdem - wer wird schon in Vail schlafen, im Hotel vom Pepi, und dann nicht fortgehen?!?! Also ab ins Fortgeh-Gwandl!
Nach dem Besuch von 3 Bars und 3 damit verbundenen Rum-Cokes bzw. Whiskey-Cokes ging's dann endgültig ab ins Bett, um für die Heimreise fit zu sein.
Berg-1 Berg-2 Berg-3 Berg-4 Berg-5 Berg-6 Strasse-1 Strasse-2 Vail-1 Vail-2 Vail-3 Vail-4 Vail-5

Tag 4
Nach einem tollen Frühstück gings dann bereits um 0800 Uhr morgens los, um zeitgerecht in Denton anzukommen.
Die Entscheidung, wie wir heim fahren, war dann auch ziemlich schnell gefällt. Wir haben uns einstimmig dafür ausgesprochen, auf die direkte Route zu verzichten und unseren Trip durch die Bundesstaaten der USA fortzusetzen. Nachdem wir bereits Texas, New Mexico, Colorado gesehen hatten, sollten nun noch Kansas und Oklahoma folgen.
Deshalb sind wir gleich mal 8h am Stück Richtung Osten gefahren, bis nach Salina im "schönen" Kansas.
Eindrücke: Kansas scheint der Bundesstaat der Bauern zu sein - außer Feldern, Feldern und nochmal Feldern gibt's absolut NIX zu sehen. Wenn dir also ein Ami sagt: "There's nothing u might find interesting!", dann glaub das ruhig, hinterfrage es nicht und fahr auf keinen Fall genau dort hin*gg*!
Von Salina gings weiter Richtung Süden, in der Hoffnung auf landschaftliche Höhepunkte. Leider hatte aber auch Oklahoma - bis auf Oklahoma City bei Nacht - nicht wirklich viel Aufregendes zu bieten & so waren wir froh, nach 15h (!!) Fahrt unsere Victory Hall um Mitternacht texanischer Zeit (wir hatten 1h Zeitverschiebung, deshalb 15h und nicht, weil ich in Mathe schlecht bin*g*) zu erreichen.
Kansas-1 Kansas-2

Resümee unseres Trips:
* Corpus Christi und San Antonio waren spitze, aber das war DER HAMMER!
* 5 Bundesstaaten und 2300 Meilen (ca. 3700km!!!) an einem (verlängerten) Wochenende - das macht uns so leicht kein Ami nach*gg*!
* Allrad in Kombination mit Differentialsperre ist durch nichts zu ersetzen!
* Tieferlegen kommt gar nicht mehr in Frage - Höher lautet die Devise ;-)
* Hotels sind klasse, aber nur in einer Lodge (wenn möglich ohne Strom) ist ein Mann noch ein Mann
* nur Fliegen ist schöner trifft bei diesen Spritpreisen nur bedingt zu - 1 Gallone Bezin = zwischen 1.96 und 2.89 Dollar --> 1l Benzin = zwischen umgerechnet ca. 40 und 60 €-Cent!!!)

In diesem Sinne, auf zum nächsten Road Trip!

Danke fürs geduldige Lesen des Mega-Berichtes, euer
Michi

Vielleicht sollte ich auch noch Publizistik studiern...*gg*
James-1 Haidl-1 Stoani-1

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